# Warum password.es dein Passwort nirgendwohin schickt

> Eine Website, die dein Passwort verlangt, um es zu prüfen, hat ein Vertrauensproblem, das kein Versprechen löst. Unsere Antwort ist kein Versprechen: Wir brauchen das Passwort schlicht nicht — und du kannst das in dreißig Sekunden selbst nachsehen.

2026-07-15 · David Carrero · password.es
Original: https://password.es/de/blog/warum-wir-dein-passwort-nirgendwohin-schicken/

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„Wir speichern dein Passwort nicht“ auf eine Webseite zu schreiben kostet exakt
so viel wie jeder andere Satz: nichts. **Das ist eine Behauptung, keine
Garantie.** Wer die Wahrheit sagt, schreibt sie genauso hin wie wer lügt, und von
deiner Seite des Bildschirms aus sehen beide Sätze identisch aus.

Das ist das Grundproblem jeder Website, die ein Passwort verlangt, um es zu
„analysieren“. Selbst wenn der Dienst tadellos ist — sauberer Code, gute
Absichten, anständige Leute —, du hast keine Möglichkeit, das zu wissen. Der
Server ist eine geschlossene Kiste. Du schickst das Empfindlichste hinein, was du
hast, und vertraust darauf, dass drüben genau das passiert, was man dir
versprochen hat.

Und ein Detail wird dabei gern übersehen: **Ein Versprechen, nichts zu speichern,
schützt auch nicht vor dem, was gar nicht in der Hand dessen liegt, der es
gibt.** Ein ehrlicher Server kann Logs haben, die nie jemand durchgesehen hat,
einen Proxy dazwischen, ein automatisches Backup, einen neuen Mitarbeiter oder
schlicht einen schlechten Tag. Das Passwort hat deinen Rechner bereits verlassen.
Was danach passiert, liegt außerhalb deiner Reichweite — und oft genug auch
außerhalb seiner.

## Die einzige Antwort, die niemand glauben muss

Die Lösung ist nicht, besser zu versprechen. Sie ist, **die Daten nicht zu
brauchen**.

Wenn dein Passwort den Browser nie verlässt, wird die Frage „Was machen die
damit?“ gegenstandslos. Es gibt kein „die“. Es gibt keinen Server, der es
empfängt, keine Logs, in denen es auftaucht, kein Backup, das es enthält, und
keinen Angestellten, der es lesen könnte. Vertrauen wird nicht besser verwaltet:
Es fällt als Problem weg.

Genau das macht [password.es](/de/). Der
[Passwort-Checker](/de/passwort-checker/) analysiert deine Eingabe in deinem
eigenen Browser, mit deinem eigenen Prozessor. Der Text, den du tippst, reist
nirgendwohin, weil es kein Ziel gibt, wohin er reisen könnte.

## Woher der Zufall kommt

Der [Generator](/de/) folgt derselben Logik. Für ein zufälliges Passwort braucht
man Zufall, und den bekommt man auf zwei Wegen: Man fragt einen Server oder man
fragt den Browser. **Den Server zu fragen wäre absurd: Er kennte das Passwort
dann vor dir.**

Also fragen wir den Browser, mit `crypto.getRandomValues()`. Das ist die
Standard-API der Webplattform für kryptografischen Zufall — die, die es genau
dafür gibt, im Gegensatz zu `Math.random()`, das zum Mischen von Spielkarten
taugt und für nichts, was jemandem mit ernsthaftem Interesse standhalten muss.
Den Zufall erzeugt der Browser selbst, auf deinem Rechner. Wir sind daran nicht
beteiligt: Das Ergebnis erscheint auf deinem Bildschirm und bleibt dort.

## Wie du es nachprüfst, ohne mir zu glauben

Alles bisher Gesagte ist vorerst genau das: ein Text, geschrieben von denselben
Leuten, die die Seite gebaut haben. Also von genau jener Sorte, der ich dir zu
misstrauen empfohlen habe. Glaub mir also nicht. **Sieh nach.**

Öffne die Entwicklertools deines Browsers — `F12`, oder `Cmd+Option+I` auf einem
Mac —, geh auf den Reiter *Netzwerk* (*Network*), lass ihn offen und ruf den
Passwort-Checker auf. Du siehst die Seite laden. Jetzt leer die Liste, klick ins
Passwortfeld und tipp los.

Das wirst du sehen, und hier ist Genauigkeit angebrachter als Verkaufsprosa:

- **Beim Klick ins Feld wird eine Anfrage ausgelöst.** Das ist nicht dein
  Passwort — du hast ja noch nichts getippt —, sondern die Bibliothek, die die
  Analyse macht: eine Datei namens `zxcvbn-de.min.js`, die die Wortlisten, Namen,
  Tastaturmuster und bekannten Passwörter enthält, gegen die verglichen wird. Sie
  wird von password.es geladen, sobald du das Feld berührst, damit sie da ist,
  während du tippst. Sie kommt von derselben Domain, ist eine statische Datei und
  für alle gleich, die diese Seite öffnen — die Site hat mehrere Sprachversionen,
  und diese hier lädt die deutsche.
- **Ab da bleibt die Liste stehen, egal was du tippst.** Ein Buchstabe, zwanzig,
  löschen, neu anfangen, einen langen Text einfügen. Null Anfragen. Der Zähler
  rührt sich nicht. Das Wörterbuch liegt bereits in deinem Browser, und die Suche
  läuft gegen den Arbeitsspeicher deines Rechners.

Dieser Unterschied ist der ganze Punkt. **Es geht nicht darum, darauf zu
vertrauen, dass die Anfrage dein Passwort nicht mitnimmt — es gibt keine
Anfrage.** Man muss nichts interpretieren und keinen Code verstehen; es reicht,
auf einen Zähler zu schauen, der nicht hochgeht.

## Die vollständige Inventur, samt Schwachstellen

Wenn das Argument „prüf es nach“ lautet, wäre es reichlich merkwürdig, das zu
verschweigen, was du beim Nachprüfen finden würdest. Die ehrliche Inventur von
password.es:

**Keine Analytics.** Kein Google Analytics, keine dezente Alternative, kein
Pixel. Es gab eins, es wurde von allen Seiten entfernt. **Keine Cookies.** Die
Seite setzt keine. Eines wird allerdings in deinem Browser abgelegt: ob du das
helle oder dunkle Theme bevorzugst, im lokalen Speicher deines eigenen Geräts. Es
wird nirgendwohin geschickt, und du kannst es aus denselben Entwicklertools
heraus löschen. **Keine Registrierung, keine Konten, keine Formulare**: Es gibt
keine Stelle, an der du Daten hinterlassen könntest, selbst wenn du wolltest.

Und der Haken, denn es gibt einen: **Die Seite lädt beim Aufruf zwei Schriftarten
von Googles Servern.** Das heißt, Google sieht, dass jemand mit deiner IP eine
Seite dieser Domain geladen hat — wie auf unzähligen anderen Websites auch. Es
sieht nicht, was du tippst — diese Anfrage passiert vorher und wiederholt sich
nicht —, aber es ist eine Anfrage an einen Dritten, du wirst sie in genau diesem
*Netzwerk*-Reiter sehen, und es ergäbe keinerlei Sinn, dir zu sagen, du sollst
die Entwicklertools öffnen, und sie gleichzeitig zu verschweigen. Sie steht auf
der Liste der Dinge, die zu beheben sind.

## Warum wir das erzählen

Wir hätten „null Anfragen, vollständige Privatsphäre“ schreiben und uns
zurücklehnen können. Es hätte besser geklungen und wäre im Detail falsch gewesen:
Es gibt eine Wörterbuch-Anfrage und es gibt die Schriftarten. **Ein Argument, das
zusammenfällt, sobald jemand es überprüft, war nie ein Argument — es war
Werbung.**

Die genaue Fassung ist weniger rund und hält der Prüfung stand: Was du tippst,
verlässt deinen Browser nicht, und das siehst du in dreißig Sekunden mit einem
Werkzeug, das du längst installiert hast.

Und Achtung, denn das kommt als allgemeines Kriterium zu dir zurück. **Wenn dich
das nächste Mal irgendeine Website nach deinem Passwort fragt, egal wofür, öffne
diesen Reiter und schau, ob bei jedem Tastendruck eine Anfrage auftaucht.** Wenn
ja, ist dein Passwort weg. Egal, was die Datenschutzerklärung behauptet, wie
hübsch das Schlosssymbol am Formular ist oder wie seriös die Firma wirkt. Und
wenn dir die Seite das fertig analysierte Passwort nach einem drehenden Rädchen
präsentiert, weißt du, wo es zwischendurch war.

Die Regel, über die in der Sicherheit am wenigsten geredet wird, handelt gar
nicht von Passwörtern, sondern von Überprüfung. Vertrauen ist gut. **Nachsehen
ist besser, und hier kostet es nichts.**

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*Quellen: die Architektur von password.es selbst, überprüfbar mit den
Entwicklertools jedes Browsers — der Passwort-Checker lädt beim Fokussieren des
Feldes die Analyse-Bibliothek mit ihren Listen (`zxcvbn-de.min.js`) von der
eigenen Domain und sendet während des Tippens keine einzige Anfrage ·
`crypto.getRandomValues()`, die Standard-API der Web Crypto API für
kryptografischen Zufall · der Code der Site enthält keine Analytics, keine Pixel
und keine Cookies; das einzige lokal gespeicherte Datum ist die Theme-Präferenz ·
die Schriftarten werden von Google Fonts ausgeliefert.*
